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Wie groß ist das Interesse an der 3. Liga tatsächlich?

Dienstag, Juli 27th, 2010

Der DFB sieht die 3. Liga als sehr positiv an und zeigt sich zufrieden mit dem bisher Erreichten. Die betroffenen Clubs hingegen sind weit weniger begeistert. Ihnen geht es hierbei weniger um die sportliche Seite als vielmehr um die finanzielle. So sind die Einnahmen durch die TV-Gelder eher gering zu nennen – zumindest, wenn man davon einen professionellen Spielbetrieb mit allen Konsequenzen und Auflagen finanzieren soll – und auch das Sponsoreninteresse ist nicht gerade hoch. Bei manchen Vereinen, wie zum Beispiel Carl Zeiss Jena, geht es inzwischen ums Überleben. Der Aufstieg in die 2. Bundesliga ist nahezu Pflicht, und dass, obwohl man aus Kostengründen wichtige Spieler abgeben musste.

Ziel war es, hinter der 2. Bundesliga eine stärkere Fußball-Landschaft zu schaffen. Idee war es auch, die betroffenen Clubs finanziell dabei zu unterstützen. Daraus geworden ist gerade aus Letzterem nichts, was die Vereine in vermutlich größere Probleme stürzt, als wenn sie in einer Amateurklasse spielen würden. Denn die Anforderungen an eine professionelle Mannschaft sind nun mal höher und kostenintensiver als im Amateurbereich.

Der DFB räumt zwar ein paar Probleme ein, meint ansonsten jedoch, mit der 3. Liga auf dem richtigen Weg zu sein. Dies wird vor allem durch eine starke Medienpräsenz und ein großes Interesse im Internet begründet. Aber ist das wirklich so? Schon die 2. Bundesliga hatte von jeher das Problem, eben genau das zu sein: die 2. Geige, für die sich die Medien eher nur oberflächlich interessieren und auf die auch die Fußballfans nur einen flüchtigen Blick werfen, sofern nicht gerade „ihr“ Verein dort spielt. Warum sollte das Interesse an der 3. Liga dann ebenso hoch oder gar höher sein?

Natürlich berichten jene Medien, die sich ohnehin mit Fußball beschäftigen, auch über die 3. Liga. Aber reine Fußballmedien berichten auch über Amateur-, Frauen- und Jugendfußball – ohne einen davon abwerten zu wollen. Es ist nun mal ihre Ambition, den Fußball in seiner gesamten Bandbreite darzustellen. Und sobald sich bekannte Vereine in der 3. Liga tummeln, liegt natürlich auch ein höheres Interesse darauf. Zu behaupten, die 3. Liga sei attraktiver als die 2. Liga oder ziehe ebenso viel oder gar mehr mediales Interesse auf sich, wäre albern. Auch, darauf zu verweisen, News über die 3. Liga hätten im Internet ja viele Klicks, ist kein Beweis dafür, dass sich die 3. Liga bei den Fans einer hohen Beliebtheit erfreut.

Ein Blick in große Fußballforen zeigt: das allgemeine Interesse liegt nachwievor bei der 1. Bundesliga und dem internationalen Fußball. Fans bestimmter Vereine begleiten „ihren“ Verein selbstverständlich auch in die 2. Liga und in die 3. Liga – und wenn es sein muss auch in die Amateurklassen. Dafür sind es schließlich Fans. Und wenn sich dann große Traditionsvereine wie zum Beispiel der FC Hansa Rostock in der 3. Liga wiederfinden, dann interessieren sich Hansa-Fans auch für die 3. Liga. Dies liegt sozusagen in der Natur der Sache.

Aber anscheinend kommen auch mögliche Sponsoren zu dem Ergebnis, dass die 3. Liga eben nicht attraktiv genug ist, um in sie so zu investieren, damit sie für die Allgemeinheit attraktiv wird.